Kategorie: Paleo-Ernährung

  • Wie viele Kohlenhydrate brauchen wir tatsächlich?

    Wie viele Kohlenhydrate brauchen wir tatsächlich?

    Wer sich schon mit Paleo befasst hat, ahnt bestimmt, dass es hier um ein ziemlich kontroverses Thema geht. Denn die Paleo-Ernährung und deren Richtlinien stellen die bisher durch Ernährungsberater verkündeten Regeln auf den Kopf. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) berücksichtigt regelmäßig die aktuellen Empfehlungen der deutschen, österreichischen und schweizer Ernährungsfachorganisationen und gibt uns dann so das angeblich optimale Nährstoffverhältnis in % des täglichen Energiebedarfs vor. Folgende Abbildung zeigt die empfohlenen Verhältnisse:

    DGE_Nährstoffzufuhr

    Also ein gesunder Erwachsener sollte täglich bis zu 55% Kohlenhydrate, 30% Fette und 15% Eiweiß essen. Ich hatte schon mal berechnet, dass mein Gesamtenergiebedarf (ca. 60 kg Körpergewicht) bei ungefähr 2160 kcal/Tag liegt. Wie viel müsste ich also von den einzelnen Nährstoffen täglich verzehren, damit es den DGE-Vorgaben entspricht:

    • 55% Kohlenhydrate = 1080 kcal = 1188 kcal x 1 g / 4,1 kcal = 290 g
    • 30% Fette = 648 kcal = 648 kcal x 1g / 9,3 kcal = 70 g
    • 15% Eiweiß = 324 kcal = 324 kcal x 1g / 4,1 kcal = 79 g

    Bei der Paleo-Ernährung kann man nur annähernde Empfehlungen aussprechen, aber keine konkrete Grenzen ziehen. Die Paleo-Ernährung nimmt nicht unbedingt den Speiseplan eines Steinzeitmenschens als Muster, sondern die Ernährung der Naturvölker, die ohne Zivilisationskrankheiten sich in den letzten 100-150 Jahren bester Gesundheit erfreuten. Da diese Naturvölker auf der ganzen Erde verteilt leben, setzt sich die Liste ihrer Nahrungsmittel je nach den natürlichen Gegebenheiten unterschiedlich zusammen. Manche essen tatsächlich bis zu 60-70% Fette und Proteine, aber bei manchen liegt dieser Wert durchaus viel niedriger. Aber eins haben sie gemeinsam: sie kennen keine Transfette, keine Milchprodukte von „Turbokühen“, keinen Zucker und kein Lebensmittel mit einem hohen Gehalt an Kohlenhydraten und Stärke (Getreideprodukte usw.) Aus diesem Grund muss jeder für sich selbst rausfinden, wieviele gesunde Kohlenhydrate (aus Gemüse und Obst) man zu sich nimmt und wie viel Fett man als Energielieferant benötigt. Die Nährstoffwerte könnten also wie folgt variieren:

    • ca. 20-40% Kohlenhydrate (Mittelwert 30%)
    • ca. 30-50% Fette (Mittelwert 40%)
    • ca. 20-40% Eiweiß (Mittelwert 30%)

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    Ich kann diese variirenden Mengen und Verhältnisse bei der Nährstoffaufnahme aus eigener Erfahrung bestätigen. Auf unserem Breitengrad ist dies alleine schon mit der saisonalen Verfügbarkeit der einzelnen Nahrungsmittel zu erklären. Im Winter zum Beispiel esse ich mehr Fett, da es kein saisonales Obst gibt. Im Sommer entgegen esse ich doch mehr Kohlenhydrate, dann gibt es genügend Früchte zu genießen. Und ja, dies führt natürlich dazu, dass im Sommer sogar eine leichte Gewichtszunahme stattfindet, das ist aber – denke ich – genau das natürlichste. Beobachtet man die Tierwelt, passiert da nichts anderes. Hier wird im Sommer auch geschlemmt, da es im Winter an brauchbaren Nahrungsquellen mangelt. Ich persönlich komme auch gut mit weniger Kohlenhydrate aus, es ist teilweise auch eine Gewöhnungssache. Was sagt also dein Körper, bei welchem Verhältnis geht es dir am besten?

  • Wie viel Energie benötigt unser Körper?

    Wie viel Energie benötigt unser Körper?

    Nach nunmehr einem Jahr Paleo halte ich mein Gewicht praktisch konstant. Und das ganz ohne Verzicht oder Kalorien zu zählen – geschweige denn Einnahme von teuren Wundermitteln die so munter in der Werbung empfohlen werden. Jetzt will ich aber mal wirklich wissen, wie viel Kalorien ich täglich zu mir nehme, und wie viel Kalorien mein Körper tatsächlich benötigt.

    Der Begriff „Kalorie“ war für mich schon immer irgendwie negativ behaftet – was ganz Böses, wovon ich sowieso immer zu viel zu mir nahm und zwangsläufig der Verursacher für meine Unzufriedenheit mit meinem Körper war. Dabei sind Kalorien was gutes, denn die liefern Energie unserem Körper. Wir brauchen Energie um unsere Körpertemperatur konstant zu halten, für unsere Verdauung, für unser Herz und sogar zum Denken. Das nennt man Grundumsatz. Unglaublich, aber unser Hirn benötigt richtig viel Energie – 25% des Gesamtenergiebedarfs (ca. 400 kcal/Tag)!

    Für die Berechnung des täglichen Grundumsatzes existiert eine Formel: 24 kcal (oder 100 kJ) pro Körpergewicht. In meinem Fall bei 60 kg bedeutet dies also, dass mein Körper alleine nur um zu existieren 1440 kcal Energie an einem Tag benötigt. Gar nicht mal so wenig! Das wären dann 3,5 kg Möhren oder ein halbes Kilo Rindersteak. Oder eine große Pizza mit viel Käse für „Normal-Ernährende“.

    Ich liege aber nicht den ganzen Tag herum. Ich bewege mich – auch wenn nur ziemlich wenig aufgrund meines Bürojobs. Um die notwendige Energie für diese Leistungen zu errechnen, kann man z.B. für eine leichte Tätigkeit den Wert von 0,5 kcal/kg pro Stunde nehmen. Also wenn ich 8 Std. vor dem Rechner arbeite und praktisch nicht aufstehe bedeutet dies 0,5 kcal x 60 kg x 8 Std. = 240 kcal zusätzlich zu Grundumsatz. Beim Sport könnte man den Wert 3 kcal/kg pro Stunde heranziehen. Bevor wir aber unseren Tag Stunde für Stunde auflisten und so den Leistungsumsatz zusammenzählen, gibt es eine einfachere Möglichkeit unseren Gesamtenergiebedarf für den Tag zu ermitteln. Mithilfe des sog. PAL-Wertes. Meine sitzende Tätigkeit laut Tabelle schätze ich auf den PAL-Wert 1,5 und diesen multipliziere ich mit meinem Grundumsatz: 1440 kcal x 1,5 = 2160 kcal Energie benötigt mein Körper tagtäglich.

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    Sollte ich langfristig mehr Kalorien pro Tag zu mir nehmen, würde ich zunehmen. Vor meiner Ernährungsumstellung war das in den letzten Jahren andauernd der Fall – mal eine Tafel Schokolade auf der Arbeit, mal eine Tüte Chips vorm Fernseher, mal eine Pizza beim Italiener zum Mittag. Jetzt gibt es keine „schnelle Sünden“ aus dem Supermarkt, und da mein Gewicht sich nicht bewegt, nehme ich an, dass ich ca. 2160 kcal am Tag zu mir nehme.

    Ich werde demnächst experimentell meine Kalorienzufuhr pro Tag zählen. Ich bin gespannt, was die tatsächlichen Werte sagen, und berichte euch demnächst über das Ergebnis.

  • Mein persönlicher Erfolg

    Vor 7 Monaten habe ich mit meiner Ernährungsumstellung angefangen. Ich bin sehr froh darüber meine Erfahrung schriftlich in diesem Blog festgehalten zu haben. Ich kann mich kaum mehr an die Schwierigkeiten erinnern, denn in den letzten Monaten ist mir Paleo ins Fleisch und Blut übergegangen. Ich verspüre keinerlei Bedürfnis zu der „normalen“ Ernährung zurückzukehren, denn es geht mir wunderbar und nach langen-langen Jahren fühle ich mich endlich richtig wohl in meiner Haut. Mich haben meine Gewichtsprobleme immer sehr belastet, und ich fühle mich jetzt unbeschwerter. Neben dem Verschwinden meiner Gesundheitsprobleme (Allergien, Asthma) zähle ich das Verschwinden meiner Fettpolster zum größten Erfolg.

    Vor Paleo mit 66 kg
    Vor Paleo mit 66 kg (Januar 2014)
    Nach 6 Monaten Paleo 59 kg
    Nach 6 Monaten Paleo 59 kg (Oktober 2014)
  • Süßstoff verursacht Diabetes oder das Ende der Ära der gesunden Cola-Light

    Ich bin nicht scheinheilig, ich gebe zu, bevor ich mit Paleo anfing, bestellte ich mir beim Essen gehen immer Cola Zero (oder Cola Light) zum Trinken. Und ja, ich gehörte zu denen, die eine riesige Käse-Pizza in Begleitung von kalorienreduzierten Cola genossen haben. Es war einfach ein beruhigendes Gefühl, die Pizza nicht in Begleitung von 18 Würfelzucker zu verspeisen. Die Alibi-Süßstoffe kamen mir dann immer gelegen – natürlich mit 0 Kalorien!
    Als mindernder Umstand möchte ich hervorheben, dass ich nie oft weggegangen bin, somit hat sich das mit meinem Cola-Konsum immer in Grenzen gehalten. Es sei denn, ich war in einem heißen Entwicklungsland mit Rucksack unterwegs, und brauchte dringend einen Energieschub. Dann griff ich auch gerne zu richtige Cola – gar auch als Medizin beim Durchfall. Hat sich wirklich bewährt.
    Damit ist bei mir seit paar Monaten sowieso endgültig Schluss.
    Dafür kenne ich aber genügend Leute, die sehr gerne Cola Light oder Zero trinken, weil die ja keine Kalorien haben. Dafür aber alles andere als gesundheitsfördernd sind. Ich habe diese zwei sehr interessante Berichte gefunden:

    http://www.welt.de/gesundheit/article132461820/Suessstoffe-erhoehen-offenbar-das-Risiko-fuer-Diabetes.html

    http://www.trendsderzukunft.de/glukoseunvertraeglichkeit-suessstoffe-erhoehen-das-risiko-an-diabetes-zu-erkranken/2014/09/21/

  • Eine kleine Haselnuss-Kunde

    Eine kleine Haselnuss-Kunde

    Mit Gummistiefeln gegen Zecken bewaffnet ging ich auf die Suche nach Haselnüssen. Es wachsen ziemlich viele Büsche in unserer Umgebung. Das ist gut, denn bekanntlich werden die Haselnüsse nur von einem „Nachbar-Busch“ befruchtet. Steht also ein Haselnuss-Busch ganz alleine in der Gegend rum, wird leider nie Haselnüsse tragen. Ich musste aber feststellen, dass sie dieses Jahr wohl gar nicht so viel „Früchte“ zu ernten gab. Jedoch betrug die Beute ca. 2 kg. Leider nicht so viel, wie ich es anfangs gehofft hatte, aber für Haselnusscreme und für meine Müslis reicht erstmal. Dafür habe ich neben dem gemeinen Haselnuss auch eine zweite Sorte kennengelernt:

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  • Das Blog füllt sich wieder mit Leben

    Das Blog füllt sich wieder mit Leben

    Nach einer langen „Zwangspause“, widme ich mich wieder meinem Blog. Es sind jetzt genau 5 Monate, dass ich mich nach dem Paleo-Prinzip ernähre. Ich habe zwar in den letzten Wochen nichts gepostet, habe aber nicht aufgehört „clean“ zu essen. Ich kochte und backte viele neue leckere Gerichte. Leider hatte ich beruflich so viel um die Ohren, dass die Dokumentation einfach zu kurz kam. Aber die gesunden Gerichte und das Kochen lieferte mir Kraft in dieser stressigen Zeit. Es kehrte nun wieder etwas Ruhe in mein Leben ein, und ich nutzte gleich das ganze Wochenende und schrieb meine Rezept zusammen, mit denen ich nach und nach jetzt diese Seite füllen werde.
    Eine Beobachtung bzw. Lebensgefühl möchte ich noch mit Euch unbedingt teilen – seit 3 Monaten wiege ich unverändert um die 60 kg. Es sind zwar nur Ziffern, aber für mich gab diese Zahl sehr viel Kraft. Ich aß die ganze Zeit viel und trotzdem hatte ich keine Probleme mit Gewichtszunahme. Wenigstens diese nervliche Belastung bleibt mir erspart, dafür kann ich alles aus meinem Kleiderschrank tragen. Es ist eine Freude jeden Tag aufzustehen und beliebig die Kleidungstücke ohne Einschränkung herauszusuchen. Ein Hoch auf die Steinzeit! 🙂

    Zum Feier der „Blogwiedereröffnung“ teile ich mit euch mein Abendessen: Gyros aus frischem Schweinefleisch von unserem Dorfmetzger mit Blumenkohlreis
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  • Ein jahrelanger Kampf geht zum Ende: Allergie und Asthma besiegt!

    Ich leide seit meiner Kindheit an Allergie. Es geht immer Mitte/Ende Mai los und zieht sich bis ca. Ende Juli hin. Am Anfang litt ich „nur“ unter sehr starken Heuschnupfen: häufiges Niesen, ständig fließende Nase und juckende/tränende Augen. Ich glaube mit meinem Taschentuch-Verbrauch habe ich den Herstellern ihren wirtschaftlichen Zugewinn sicher gemacht. Und das jedes Jahr. Ich habe gelernt damit zu leben, weil ich immer dachte, bis auf die Allergietabletten hilft sowieso nichts. Ich war als Kind auch in Sanatorium für mehrere Wochen in Therapie – keine Abhilfe wurde gefunden. Ich wurde schon mehrfach auf Allergien getestet, ich kann schon fast vorne rein sagen bei welcher Nummer sich mein Arm anschwellt und knall rot wird: Gräser/Getreide, Weizen, Roggen und Hausmilben.
    Vor ungefähr 14 Jahren ist es dann auf einmal über Nacht schlimmer geworden: ich bekam im Zeitraum Ende Mai – Anfang Juni vorwiegend in der Abendzeit zusätzlich asthmatische Symptome. Ich konnte nicht mehr atmen, meine Lunge war wie verschlossen. Es halfen nur Asthmasprays. An manchen Abenden war es so schlimm, dass ich mich sofort in das Schlafzimmer bei geschlossenem Fenster einsperren musste, denn sobald mein langhaariger Hund auch nur in meine Nähe kam, bekam ich keine Luft mehr. An Joggen in dieser Zeit war gar nicht zu denken.
    Einmal waren wir im Juli Fahrrad fahren und danach aß ich ein Schüssel Tomatensalat – kaum eine halbe Stunde später war es mir so schlecht, dass ich mich übergeben musste. Bei dieser Gelegenheit begriff ich, dass ich auch auf die Kreuzallergene aufpassen muss, in meinem Fall Gräser + Roggen vertragen sich mit Tomaten nicht.

    Es ist jetzt über 2 Monate her, dass ich meine Ernährung auf Paleo umgestellt habe und dass ich mich ausschließlich glutenfrei ernähre. Ich habe dazu meine Vitamin-D-Werte mit der verordneten Therapie verbessert.
    Meine jährliche Allergie-Hochphase neigt sich jetzt Mitte Juli langsam zu Ende. Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie tief mich das Erkenntnis berührt: ich habe keine Allergie und schon gar keine Asthmaanfälle mehr.
    Mitte Mai, als ich in der Endphase der Ernährungsumstellung war, habe ich noch paar Mal am Tag niesen müssen, aber statt 4-5 Päckchen Taschentücher am Tag, haben mir 1-2 einzelne Papiertaschentücher gereicht. Rückblickend kann ich behaupten, dass ich seit Mitte Juni definitiv über gar kein Anzeichen von Heuschnupfen berichten kann. Das unglaublichste für mich aber, dass ich dieses Jahr gar keine Atemschwierigkeiten abends bekam. Es ist eine Erlösung und Befreiung gleich, denn ich lebte in dieser Jahreszeit teilweise in Angst vor diesen abendlichen Atemnotproblemen.

    Ich für mich kann behaupten, dass ich nun restlos von der Richtigkeit meiner Ernährungsumstellung überzeugt bin. Ich bin keine Expertin, aber alleine der Gedanke ist schon überzeugend, dass ich natürlich unmöglich als Nahrungsmittel die Pflanzen zu mir nehmen kann, die ich nicht mal einatmen kann – so wie Roggen und Weizen. Ich gebe mir in diesem Moment fast schon Ohrfeigen, warum mir diese Gedanken nicht schon früher gekommen sind und mich zum Umdenken gebracht haben.
    Ich sehe aber in die Zukunft, und ich freue mich auf den nächsten Frühsommer, denn ich werde definitiv auf Gluten verzichten und auf meine Vitamin-D-Werte achten – das ist mir meine Gesundheit wert!

  • Paleo – Tag 30 – Geschafft! Aber nicht beendet!

    Paleo – Tag 30 – Geschafft! Aber nicht beendet!

    Heute ist der letzte Tag meiner Ernährungsumstellung. Das hört sich jetzt irgendwie komisch an, als wäre irgendwas vorbei. Aber der Gegenteil ist richtig: ich habe gerade erst mit meiner gesunden Lebensführung in Bezug auf Ernährung angefangen. Ich habe mir selbst in den letzten 30 Tagen bewiesen, dass es sehr wohl möglich ist, endlich ohne ständige Diät-Gedanken, Blähungen und Schlappheit zu leben. Ich habe, wie ihr es gesehen habt, auf wirklich nichts verzichtet. Ich habe nicht die ganz orthodoxe Paleo-Umstellung gemacht (Whole30), ich habe mir auch Paleo-Süßigkeiten gegönnt. Ich wollte einfach vermeiden, dass ich versage, oder zu früh aufgebe, weil ich definitiv nicht auf Naschzeug verzichten kann. Aber mit der Zeit stellt man ja bei Paleo fest, dass man gar nicht mehr so den Appetit auf Kekse, Schokolade oder Kuchen hat. Man hält sich automatisch strikter an die Ernährungsregeln.

    Meine große Angst war, dass ich zwar die 30 Tage durchhalte, aber dann vom Alltag eingeholt werde und wieder in das alte Muster zurückfalle. Ich kann aber nach 30 Tagen eine Bäckerei betreten, ohne das Bedürfnis zu haben, was dort zu konsumieren. Ich kann Kollegen beim Mittagessen zugucken – das stört mich alles nicht. Ich kann an dem Chips-Regal vorbeilaufen oder ohne davon Kenntnis zu nehmen! Ich will das ganze Getreidezeug mit Gluten nicht mehr! Im Kopf siegt nach einer Zeit der Gedanke, dass das alles ungesund ist und einem wirklich nicht gut tut! Ich kann ohne! Ich kann rein Paleo!

    1-2 mal habe ich erlebt, als ich mit Hunger den Supermarkt betreten habe, dass bei Anblick der bekannten Lila Farbe ein Gefühl von Lust aufkam. Es kam aber weder vom Gaumen noch vom Magen – einzig meine Augen und Hirn haben diese Signale gesendet. Somit ließen sich diese Gedanken leicht ignorieren. Ich fühle mich richtig frei. So viele Jahre mit verschiedenen Diäten gelebt, mit dem Verzicht als ständigen Begleiter, obwohl es doch so einfach gewesen wäre! Ich genieße es, wenn Freundinnen und Kolleginnen mich auf mein strahlendes, dünneres Aussehen ansprechen. Aber wie es so ist, sobald ich erzähle, dass ich kein Brot und Süßigkeiten gegessen habe, winken sie gleich ab und hören gar nicht mehr zu, worum es eigentlich geht.

    Ich schlafe trotz viel beruflichen Stress sehr gut und kann früh sehr leicht aufstehen. Ich hatte öfters nach dem Mittagessen und dem obligatorischen Dessert Blähungen, die ich immer ignoriert hatte – die habe ich gar nicht mehr. Ich hatte Probleme mit Hautunreinheiten, für die ich immer die Hormone beschuldigt hatte. Ich habe sichtbare Verbesserung an meinem Gesicht und Dekolleté bemerkt. Da ich gelesen habe, dass dies durch die Abschaffung von den Milchprodukten kommen kann, bin ich zuversichtlich, dass es mit der Zeit noch besser wird.
    Ich bin Allergikerin. Leide schon seit meiner Kindheit unter starker Pollen- und Hausstauballergie. Die heftigste Phase ist Ende Mai bis Anfang Juli. In dieser Zeit leide ich sogar an mehreren Abenden unter Atemnot, es ist eine Art Asthma. Ich muss sagen, ich niese ein paar mal am Tag, aber die bekannten Niesanfälle hatte ich bisher noch nicht und 1-2 Papiertaschentücher reichen am Tag aus – letztes Jahr waren es noch 10-15 Stück. Es ist aber noch nicht die heiße Phase da – ich warte gespannt, ob durch die Ernährung meine Allergie tatsächlich gelindert wird.

    Das einzig Negative ist, dass meine Brüste wirklich 1 Körbchengröße kleiner geworden sind. Ich verschreibe es dem Verzicht auf die Milchprodukte. Aber Gesundheit geht vor Schönheit!

    Natürlich ist es auch eine anstrengende Zeit gewesen, man muss sich immer vorsehen, immer was zum Essen vorbereiten – schnell zum Bäcker reinspringen ist nicht mehr. Daran gewöhnt man sich aber, damit hatte ich die wenigsten Probleme. Es schmeckt mir sowieso am Besten, was ich selber koche und ich habe wirklich Kontrolle darüber, was in mein Essen reinkommt. Außerdem koche ich sehr gerne, habe darin sogar eine Art Ventil zum Alltagsstress gefunden. Ich habe es also geschafft und freue mich auf mein Leben mit der Paleo-Ernährung. Ich hoffe, ich kann einige von euch dazu ermutigen, diesen Schritt zu wagen und über all die Dinge in Bezug auf Esskultur nachzudenken, die wir bisher als selbstverständlich hinnahmen. Es lohnt sich!

    Ich werde jetzt in Urlaub fahren, 1 Woche in London und 1 Woche auf einem Kreuzfahrtschiff unterwegs sein. Mein erster Paleo-Versuch scheiterte im Januar auf einem Kreuzfahrtschiff. Ich werde euch berichten, wie ich diese Herausforderung gemeistert habe – dieses Mal habe ich echt ein gutes Gefühl dabei 🙂

    Ah so, wollt ihr wissen was meine Waage heute früh gezeigt hat? 60,5 kg!!! Der Sommer und der Rest des Lebens kann kommen, ich kann alles aus meinem Kleiderschrank anziehen *freu*

    Frühstück:

    Erdbeermuffins mit Erdbeershake (Erdbeeren mit Wasser und 2 EL Kokosmilch gemischt)
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    Mittagessen:

    Gemüseauflauf aufgewärmt – Reste von gestern Abend
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     Abendessen:

    Festabendmahl!!! Pfannkuchen mit Schoko-Erdbeeren
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  • Paleo – Tag 29 – Tag und Nacht Paleo – kleine Hilfen sind willkommen

    Paleo – Tag 29 – Tag und Nacht Paleo – kleine Hilfen sind willkommen

    Ist Morgen wirklich der letzte Tag? Die Zeit kommt mir gar nicht so lang vor – abgesehen vom Blog schreiben. Das war zugegeben etwas anstrengend. Manchmal wurde mein Essen schon fast wieder kalt, bis ich meine Fotos gemacht habe. Wiederum habe ich nach und nach richtig Spaß an Food-Fotografie gefunden – natürlich sind hier die anspruchsvolleren Bilder für die Rezepte gemeint, und nicht das Bildmaterial des Tagebuchs.
    Das Recherchieren und das Schreiben haben mir aber definitiv geholfen meine Gedanken zu sammeln, die wesentlichen Fakten nochmal durchzudenken und in die Tiefe dieses Ernährungsprinzips abzutauchen. Mit anderen Worten, ich weiß jetzt wirklich, warum ich an der Paleo festhalten werde.
    Aber für das fleißige Schreiben verdiene ich definitiv mal eine Belohnung, deshalb verbrachte ich 2,5 Stunden entspannte Zeit am Abend bei der Kosmetik und Pediküre. Und meinen Urlaub verdiene ich erst recht – nur noch 2 mal schlafen und es geht los! Es heißt jetzt aber auch vorsorgen. Ich weiß, ich kann nirgendwo hin, ohne wenigsten paar Muffins in der Tasche zu haben. Deshalb heißt es am Abend noch: Reste verwerten und Vorkochen/-backen mit Vollgas.
    Ich habe meine Küche in der Zwischenzeit etwas gepimpt. Wenn man mehr Gemüse ist, und überhaupt mehr kocht, dann verbringt man ja zwangsweise mehr Zeit mit Schneiden und Schnippeln. Deshalb habe ich mir einige neue Küchenutensilien zugelegt: Zerkleinerer, eine gescheite Gemüsereibe, Gemüseschäler. Vieles von Tupperware, und ich musste feststellen, dass sie sehr gut arbeiten, somit kann ich wirklich viel Zeit und Aufwand mir erspare. Außerdem musste ein zweiter Muffinbackform her, damit gleichzeitig 2 X 6 Stück in den Ofen können. Ich sehe aber jetzt schon, dass ich mir in der nächsten Zeit bestimmt noch einige kleine Helfer besorgen werde. Ich fühle mich in der Küche wie ein kleines Kind, sammele viele neue Spielzeuge, mit denen ich viel Spaß habe 🙂

    Frühstück:

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    Mittagessen:

    Eine schöne Portion Süßkartoffel-Paprika-Auflauf mit Hackfleisch überbacken:
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    Abendessen:

    Noch zwei Tage bis zum Urlaub, also müssen alle Reste aus dem Kühlschrank verwertet werden: Sellerie, Zucchini, Möhren, Kohlrabi geraspelt, Schinken und zwei Eier mit etwas Wasser aufgeschlagen und mit verschiedenen Kräutern gewürzt. Alles gut durchgemischt und ab in den Ofen mit Alufolie abgedeckt.
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    Dessert:

    Frisch gebackene Erdbeer-Kokosmakronen:
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  • Paleo – Tag 28 – Hülsenfrüchte sind Tabu – auch Soja ist ungesund!

    Paleo – Tag 28 – Hülsenfrüchte sind Tabu – auch Soja ist ungesund!

    Ich habe schon über alle Nahrungsmittel auf der Roten Liste der Paleo-Ernährung geschrieben – es fehlen nur noch die Hülsenfrüchte. Dazu zählen Bohnen, Linsen, Erdnüsse, Erbsen – und ja, auch Soja. Vielleicht deshalb, weil ich von deren negativen Wirkung auf unseren Körper am meisten schockiert war – dafür aber am leichtesten auf sie verzichten kann. Wenn jemand schon mal auf die Nährwerttabellen geachtet hat, kennt deren hohen Kohlenhydratwerte. Somit ist der erste Grund geklärt, warum wir sie nicht essen sollten.
    Angeblich enthalten die Hülsenfrüchte wichtige Nährstoffe und Vitamine. Aber leider wegen des hohen Antinährstoffgehalts (Phytinsäure und Lektine) können wir diese gar nicht aufnehmen, und unser Darm wird dabei auch noch durchlässig – so wie von Gluten. Ich persönlich finde am erschreckendsten, dass Soja nicht nur krebserregende Wirkung hat, rote Blutkörperchen verklumpen lässt, sondern auch unser Hormonhaushalt beeinflussen kann – es ist sogar von Unfruchtbarkeit die Rede.
    Man kann Hülsenfrüchte mit Fermentierung „unschädlich“ machen – man weicht dabei die Bohnen im Wasser ein, und kocht man sie anschließend. Es ist auch nicht wahr, dass die Südost-Asiatische-Kulturen schon seit mehreren Tausend Jahren Soja konsumieren, denn sie wussten von der giftigen Wirkung der Bohnen. Erst vor 2500 Jahren, als sie das Fermentieren entdeckten, fingen sie an sie zu essen.
    Und wir sind schon wieder an dem Punkt: Soja wird in der industriellen Propaganda als gesund angepriesen – lässt sich billig und in großen Mengen leicht anbauen.
    Ich persönlich vermisse keine von denen – vielleicht nur die Erbsen – ich kann ja irgendwann mal das Fermentieren probieren und darüber berichten.

    Frühstück:

    Es gibt heute wieder süßes Frühstück: Erdbeercreme aus viele frischen Erdbeeren mit Banane und Kokosmilch gemischt, dazu kamen noch Nüsse, Körner und Flocken:
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    Mittagessen:

    Rindergulasch von meiner Mama (selbstverständlich auf ungarischer Art, also ohne Mehl oder andere Verdickungsmittel)
    Dazu gab es gedünsteten Blumenkohl und Salat. Am Nachmittag griff ich mehrfach in meine „Nuß-Schatzkiste“.
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     Abendessen:

    Im Backofen irgendwas zu überbacken oder dünsten geht am Abend am schnellsten.
    Heute Süßkartoffeln-Paprika-Gemüse mit Hackfleisch überbacken
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